Institut zur Fo(e)rderung besonderer Begabungen
Dr. Beate Gerstenberger-Ratzeburg
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Welche Probleme können aus dem "Nicht Erkennen" begabter Kinder entstehen ?
Welche Probleme können aus dem „Nicht Erkennen" begabter Kinder entstehen ?
Begabte Kinder langweilen sich bereits im Kindergarten, da weder das Arbeitstempo noch die Lehrmethoden ihren Fähigkeiten entsprechen. Ihre Versuche, diese Situation zu ändern, werden von vielen Erzieherinnen als Aufsässigkeit, Störmanöver oder altkluges Verhalten interpretiert. Dieser Vorgang setzt sich in der Schule weiter fort.
Ihr Ehrgeiz und ihr Interesse für alle möglichen Themen sind für normalbegabte Kinder und Erwachsene oft nicht nachvollziehbar. Manches hochbegabte Kind wird zum Außenseiter, da es immer alles genau wissen will.
Vielfach haben weder die Eltern noch die Erzieher oder Lehrer Erklärungen für diese Verhaltensweisen. Im Ergebnis wird daher versucht, das Kind normgerecht anzupassen und alle Aktivitäten altersgerecht aufzubereiten. Insbesondere in der Schule wird dem Kind das Lerntempo seiner gleichaltrigen Mitschüler eingeimpft, obwohl dies eindeutig zu langsam ist. Für das Kind stellt dieser Versuch, aus einem begabten Kind ein Durchschnittskind machen, eine enorme Belastung dar. Kaum ein Kind ist dieser Situation langfristig gewachsen. Verhaltensauffälligkeiten in unterschiedlicher Ausprägung können die Folge sein, z.B.:
> Stille, in sich gekehrte Kinder
> Aggressive, stark extrovertierte Kinder
> Klassenclown und Pausenrowdy
> Extreme Motivationslosigkeit
> Depressive Symptome
> Psychosomatische Kopf- und Bauchschmerzen
> Geringere schulische Leistungen als intellektuell möglich
> Völliges Schulversagen (Beendigung ohne Schulabschluss)
> Instabile Persönlichkeiten
> Schulverweigerung
> Leistungsverweigerung