Institut zur Fo(e)rderung besonderer Begabungen
Dr. Beate Gerstenberger-Ratzeburg
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Wir möchten Sie nicht mit Zahlen, statistischen Auswertungen und Kurvendarstellungen langweilen. Sie können selbst errechnen wie viele Kinder im Kindergarten, in der Schule oder gar in einer Klasse davon betroffen sind.
Vielfach werden die Begriffe Begabung und Intelligenz mit Leistung und guten Noten gleichgesetzt. Anscheinend eine einfache Gleichung, die aber leider nicht immer aufgeht.
Schlechte Noten, Flüchtigkeitsfehler, Legasthenie bzw. LRS, Dyskalkulie bzw. Rechenschwäche, AD(H)S, psychosomatische Erkrankungen u.v.a.m. können Begleiterscheinungen einer besonderen, überdurchschnittlichen oder einer Hochbegabung sein.
Bitte machen Sie es sich bewusst: diese o.g. Begleiterscheinungen beginnen bereits im Stadium der überdurchschnittliche, d.h. besonderen Begabung, nicht erst bei der Hochbegabung.
Die folgenden Werte sollen nur Anhaltspunkte und eine grobe Übersicht für Sie sein. Die dargestellten Werte sind nicht als absolute Zahlen zu verstehen und stark von der jeweiligen Tagesform des Probanden abhängig. Außerdem ist die Grenze zur Hochbegabung fließend.
| IQ 100 | Normaler Durchschnitt der Bevölkerung | |
| IQ 107 | Momentaner gymnasialer Durchschnitt | |
| ab | IQ 115 | Besondere bzw. überdurchschnittliche Begabung |
| ab | IQ 130 | Hochbegabung |
Jetzt wird deutlich, wie groß die Problematik ist: ca. 16% aller Kinder einer Altersgruppe sind überdurchschnittlich, d.h. besonders begabt, somit muss eine besondere Förderung, wenn vorgenannte Begleiterscheinungen vorliegen, ins Auge gefasst werden und dies selbstverständlich zu einem möglichst frühen Zeitpunkt (Kindergarten).
Im neuen HAWIK IV sehen Petermann & Petermann Intelligenz noch differenzierter, hier beginnt die überdurchschnittliche Intelligenz bereits ab einem IQ von 110.
| unter | IQ 69 | Sehr niedrige Intelligenz (2,2% der Normalverteilung) |
| IQ 70-79 | Niedrige Intelligenz (6,7% der Normalverteilung) | |
| IQ 80-89 | Unterdurchschnittliche Intelligenz (16,1% der Normalverteilung) | |
| IQ 90-109 | Durchschnittliche Intelligenz (50,0% der Normalverteilung) | |
| IQ 110-119 | Überdurchschnittliche Intelligenz (16,1% der Normalverteilung) | |
| IQ 120-129 | Hohe Intelligenz (6,7% der Normalverteilung) | |
| ab | IQ 130 | Sehr hohe Intelligenz (2,2% der Normalverteilung) |
Diese Tabelle wurde entnommen aus dem Manual des HAWIK IV (Petermann & Petermann)
Die besondere Begabung zeichnet sich durch eine besondere Ausprägung, höher als normal, von Intelligenz aus. Man spricht von einer sehr hohen Denk- und Problemlösefähigkeit. Begabte Menschen verfügen über eine schnelle Lernfähigkeit und ein sehr gutes Gedächtnis. Die Kapazität in der lnformationsaufnahme und -verarbeitung liegt im Vergleich zu durchschnittlich begabten Menschen weit über dem Durchschnitt.
Der durchschnittliche IQ eines Menschen liegt nach der Gaußschen Verteilungskurve bei 100. Ab einem IQ von 115 wird von einer besonderen Begabung gesprochen. Den Wert 115 und mehr erreichen ca. 16% der Bevölkerung. Von einer Hochbegabung hingegen spricht man ab einem IQ von 130. Diesen Wert erreichen ca. 2% der Bevölkerung. Die genannten Werte sind nicht statisch, sondern fließend, da die Höhe des IQ-Wertes nicht unwesentlich von der physischen und psychischen Verfassung des Probanden während der Messung abhängt.
Rein statistisch gesehen bedeutet das, dass von 100 Personen rund sechzehn Personen als besonders begabt gelten und zwei bis drei als hochbegabt einzustufen sind. In jeder Schulklasse sitzen daher mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit besonders begabte und hochbegabte Kinder.
Kinder verfügen zwar bei ihrer Geburt über die Veranlagung zu besonderen intellektuellen Leistungen, aber zu beachten ist, dass bei unzureichender Förderung der Kinder dieses Potenzial ungenutzt bleibt. Selbstverständlich spielen hierbei die Umgebungsfaktoren wie z.B. Elternhaus und Schule eine nicht unerhebliche Rolle. Es gibt unterschiedliche Ausprägungen von Begabungen:
Künstlerische und sportliche Begabungen sind gesellschaftlich anerkannt und werden gefördert. Eine allgemeine intellektuelle Begabung wird vielfach weder erkannt noch als förderungswürdig eingestuft. Häufig hört man folgende Aussagen:
Wie bereits erwähnt, spricht man ab einem IQ von 130 in der Regel von einer Hochbegabung. Es gibt jedoch auch wissenschaftliche Definitionen, die bereits ab einem IQ von 115, 120 oder 125 einen Menschen als hoch begabt ansehen. Hochbegabung konkret zu definieren ist deshalb eigentlich unmöglich. Die in der Regel in der Praxis angewendete Sichtweise bedeutet eigentlich nur, dass ein Mensch mit einem IQ von 115 eine Standardabweichung, ein Mensch mit einem IQ von 130 zwei Standardabweichungen über der Norm liegt.
Bitte beachten Sie: ein IQ ist niemals statisch, ein IQ-Test niemals 100%ig. Viele Kriterien beeinflussen sowohl die Messung als auch den Wert selbst.
Und bitte beachten Sie auch, dass ein Mensch in einer Testung zwar seine Höchstleistung zeigen kann, sich aber niemals schlauer machen kann als er eigentlich ist. Durch ungünstige Umstände kann z.B. ein sehr intelligenter Mensch jedoch schlechter abschneiden als er eigentlich ist.
Vielleicht erkennen auch Sie Ihr Kind in unseren Fallbeispielen auf der linken Seite. Lesen Sie einmal nach, oder nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf. Wichtige Fragen und Antworten (FAQ’s) entnehmen Sie bitte auch der linken Seite.
Bitte beachten Sie auch unsere Flyer zu diesen Themen, die Sie als Download auf der linken Seite finden.