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Was ist Besondere Begabung?
 
Die besondere Begabung zeichnet sich durch eine besondere Ausprägung, höher als normal, von Intelligenz aus. Man spricht von einer sehr hohen Denk- und Problemlösefähigkeit. Begabte Menschen verfügen über eine schnelle Lernfähigkeit und ein sehr gutes Gedächtnis. Die Kapazität in der lnformationsaufnahme und -verarbeitung liegt im Vergleich zu durchschnittlich begabten Menschen weit über dem Durchschnitt.
 
Der durchschnittliche IQ eines Menschen liegt nach der Gaußschen Verteilungskurve bei 100. Ab einem IQ von 115 wird von einer besonderen Begabung gesprochen. Den Wert 115 und mehr erreichen ca. 15% - 16% der Bevölkerung. Von einer Hochbegabung hingegen spricht man ab einem IQ von 130. Diesen Wert erreichen ca. 2% - 3% der Bevölkerung. Die genannten Werte sind nicht statisch, sondern fließend, da die Höhe des IQ-Wertes nicht unwesentlich von der physischen und psychischen Verfassung des Probanden bei der Messung abhängt.
 
Rein statistisch gesehen bedeutet das, dass von 100 Personen fünfzehn bis sechzehn Personen als besonders begabt gelten und zwei bis drei als hochbegabt einzustufen sind. In jeder Schulklasse sitzen daher mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit besonders begabte und hochbegabte Kinder.
Kinder verfügen zwar bei ihrer Geburt über die Veranlagung zu besonderen intellektuellen Leistungen, aber zu beachten ist, dass bei unzureichender Förderung der Kinder dieses Potenzial ungenutzt bleibt. Selbstverständlich spielen hierbei die Umgebungsfaktoren wie z.B. Elternhaus und Schule eine nicht unerhebliche Rolle. Es gibt unterschiedliche Ausprägungen von Begabungen:
o        Allgemeine intellektuelle Leistungsfähigkeit
o        Musisch-künstlerische Begabungen
o        Soziale Begabungen
o        Psychomotorische Begabungen
 
Künstlerische und sportliche Begabungen sind gesellschaftlich anerkannt und werden gefördert. Eine allgemeine intellektuelle Begabung wird vielfach weder erkannt noch als förderungswürdig eingestuft. Häufig hört man folgende Aussagen:
 
o        Begabte oder hochbegabte Kinder sind nur das Opfer ihrer ehrgeizigen Eltern!
o        Eine förderungswürdige Begabung liegt nur ab einem IQ von 130 vor - also Hochbegabung!
 
 
Wie erkennt man begabte Kinder?
 
Kinder mit besonderen Begabungen verfügen wie jedes andere Kind auch über eine individuelle Persönlichkeit mit eigenen Interessen und Schwerpunkten. Auch bei begabten Kindern gibt es deutliche Unterschiede in der intellektuellen Leistungsfähigkeit.
Begabte Kinder zeigen jedoch im Vergleich zu gleichaltrigen anderen Kindern bestimmte Verhaltensweisen. Die Arbeit mit den Kindern in unserem Institut zeigt immer wieder, dass diese Verhaltensmuster bereits ab einem IQ von 115 auftreten, also nicht nur den Hochbegabten vorbehalten bleiben. Hierbei kann es sich z.B. um folgende Bereiche handeln:
 
> Geringes Schlafbedürfnis
> Ständiges Fragen im Versuch, die Umwelt zu verstehen
> Sehr gutes Gedächtnis
> Hohes Lernvermögen
> Gutes logisches Denkvermögen
> Hohe Abstraktionsfähigkeit
> Gutes sprachliches Ausdrucksvermögen, großer Wortschatz
> Ungewöhnliche Lösungen für scheinbar klare Aufgabenstellungen
> Interesse für "Erwachsenenthemen" (z. B. Religion, Politik)
> Lesen, Schreiben oder Rechnen vor der Einschulung
> Hohe Sensibilität
> Extrem ausgeprägtes Sozialverhalten
 
Treffen auch nur einige dieser Punkte zu, kann eine besondere Begabung vorliegen.
 
 
Welche Probleme können aus dem "Nicht Erkennen" begabter Kinder entstehen ?
 
Welche Probleme können aus dem „Nicht Erkennen“ begabter Kinder entstehen ?
Begabte Kinder langweilen sich bereits im Kindergarten, da weder das Arbeitstempo noch die Lehrmethoden ihren Fähigkeiten entsprechen. Ihre Versuche, diese Situation zu ändern, werden von vielen Erzieherinnen als Aufsässigkeit, Störmanöver oder altkluges Verhalten interpretiert. Dieser Vorgang setzt sich in der Schule weiter fort.
 
Ihr Ehrgeiz und ihr Interesse für alle möglichen Themen sind für normalbegabte Kinder und Erwachsene oft nicht nachvollziehbar. Manches hochbegabte Kind wird zum Außenseiter, da es immer alles genau wissen will.
 
Vielfach haben weder die Eltern noch die Erzieher oder Lehrer Erklärungen für diese Verhaltensweisen. Im Ergebnis wird daher versucht, das Kind normgerecht anzupassen und alle Aktivitäten altersgerecht  aufzubereiten. Insbesondere in der Schule wird dem Kind das Lerntempo seiner gleichaltrigen Mitschüler eingeimpft, obwohl dies eindeutig zu langsam ist. Für das Kind stellt dieser Versuch, aus einem begabten Kind ein Durchschnittskind machen, eine  enorme Belastung dar. Kaum ein Kind ist dieser Situation langfristig gewachsen. Verhaltensauffälligkeiten in unterschiedlicher Ausprägung können die Folge sein, z.B.:
 
> Stille, in sich gekehrte Kinder
> Aggressive, stark extrovertierte Kinder
> Klassenclown und Pausenrowdy
> Extreme Motivationslosigkeit
> Depressive Symptome
> Psychosomatische Kopf- und Bauchschmerzen
> Geringere schulische Leistungen als intellektuell möglich
> Völliges Schulversagen (Beendigung ohne Schulabschluss)
> Instabile Persönlichkeiten
> Schulverweigerung
> Leistungsverweigerung
 
 
Was kann ich tun wenn mein Kind begabt ist?
 
Akzeptieren Sie die Tatsache, dass Ihr Kind begabt ist. Sehen Sie es als eine positive Herausforderung an. Denken Sie an die Möglichkeiten die sich ihrem Kind eröffnen, Vorausetzung: Ihr Kind lernt, die Begabung produktiv in die eigene Persönlichkeit zu integrieren.
Fordern und fördern Sie Ihr Kind über das schulische Maß hinaus. Es gibt Elternvereine, Selbsthilfegruppen oder Vereine für hoch begabte Menschen. Hier wird der Kontakt zu Gleichbegabten hergestellt.
 
Der Kontakt zu gleichaltrigen Kindern fördert die Fähigkeit Ihres Kindes, mit normal begabten Menschen positive Beziehungen zu gestalten. Interessant sind hier die Bereiche, in denen Ihr Kind selbst „Normalleistung“ erbringt, z. B. beim Sport oder in der Musik.
 
Ihr Kind verbringt einen großen Teil seiner Zeit in der Schule. Mittlerweile gibt es bereits LehrerInnen, die sich mit dem Thema Begabung auseinandersetzen. Hier muss eine gemeinsame Förder- und Forderarbeit zwischen Elternhaus und Schule verabredet werden. Es sollte jedoch sehr individuell zum Wohl des Kindes gearbeitet werden. Sicherlich kann es auch immer wieder zu Spannungen zwischen Eltern, Lehrern und Kindern kommen. Versichern Sie sich in so einem Fall professioneller Unterstützung. Wir erleben es in unserer Arbeit immer wieder wie fruchtbar es sein kann, wenn wir uns mit an den runden Tisch setzen und mit den Lehrern, dem Schulamt oder sogar der Bezirksregierung reden.
 
Vielfach stellt man jedoch fest, dass bereits gravierende Verhaltensauffälligkeiten vorliegen. In diesem Fall kann eine begleitende Beratung angezeigt sein oder vielleicht sogar eine psychotherapeutische Behandlung des Kindes. Auch in diesem Fall: Sprechen Sie im Vorfeld mit den in Frage kommenden Personen. Bestehen Erfahrungswerte in der Behandlung und Betreuung bei begabten Kindern? Hat man sich bereits intensiv mit dieser Thematik beschäftigt? Das wichtigste aber ist, findet die Person Ihres Vertrauens auch den Zugang zum Kind, liegen beide auf einer „Wellenlänge“? Wenn nicht – müssen Sie weiter suchen.
 
 
Was sollte ich bei einem Test beachten ?
 
Begabungsdiagnostik sollte nur von einem Personenkreis durchgeführt werden, der Erfahrung im Umgang mit begabten und hochbegabten Kindern hat. Erkundigen Sie sich genau nach den Qualifikationen.
 
Achten Sie darauf, dass ein standardisierter Intelligenztest durchgeführt wird, nur so erhalten Sie objektive Vergleichszahlen.
 
Legen Sie Wert auf optimale Testbedingungen. Dazu gehört eine Testleitung, die nicht nur fachliche, sondern auch praktische Kompetenz besitzt, d.h. die Testleitung muss mit dem Thema der besonderen Begabung sowie mit der Testdurchführung bestens vertraut sein und sich individuell auf jedes Kind einlassen können.
 
Damit die Testergebnisse ein möglichst hohes Maß an Aussagekraft haben, ist es wichtig, dass verschiedene Kriterien eingehalten werden.
 
Die Testsituation verlangt eine ungestörte Umgebung,   keine Unterbrechungen und insbesondere bei Intelligenztests eine Durchführung am Vormittag.
 
Die zu testende Person muss am Testtag gesund, ausgeruht und in einer guten psychischen Verfassung sein.
 
In jedem Fall ist es wichtig, vor der Testung auf eine evtl. Krankheit oder psychische Probleme des zu Testenden hinzuweisen.
 
Selbstverständlich sollte es sein, dass Sie nach Beendigung des Testes ein belegbares Ergebnis erhalten, z.B. ein schriftliches Begabungs-Profil.
 
 
Weitere Informationen unter 
unserer kostenlosen Service-Nr.
0800/16565432
 
 
 
 
 
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